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Agiles Management – Neue Methode oder alter Hut?

Moderne Führungskräfte stehen heutzutage mehr denn je vor der Herausforderung, sich mit immer neuen Aufgaben und ständig wechselnden Entwicklungen auseinandersetzen zu müssen. Vorbei sind die Zeiten, in denen es „nur“ darum ging, die eigenen Mitarbeiter zu motivieren und die unternehmerischen Zielvorgaben zu erreichen. Heutzutage sind die Anforderungen schier unerfüllbar: In Rekordzeit sollen passende Lösungen und stimmige Antworten gefunden werden. Große Stücke werden dabei auf das Konzept des agilen Managements gehalten. Hierbei geht es darum, sich als Unternehmen flexibel dem stetigen Wandel anzupassen, indem alte Strukturen hinterfragt und aufgelöst werden. Dennoch ist das Wissen über agile Methoden insgesamt nach wie vor eher gering. Studien wie das Agilitätsbarometer 2017 von Haufe belegen, dass nur 30 Prozent der Führungskräfte und zehn Prozent der Mitarbeiter überhaupt agile Methoden nutzen (Studie „Agilitätsbarometer 2017“). Dem HR-Report 2018 von Hays zufolge kennt nur jeder Vierte Methoden wie Lean Startup, Innovationslabore oder Design Thinking (Hays HR-Report). Als größte Hürde auf dem Weg hin zum agilen Management sehen die meisten Befragten zu starre interne Prozesse und Abläufe (HR-Report 2018. Agile Organistationen auf dem Prüfstand). Eine Studie der Akademie für Führungskräfte konnte zudem ermitteln, dass 54,6 Prozent Führungskräfte nicht glauben, dass ihr Unternehmen agil ist – oder in naher Zukunft agil sein wird (https://www.die-akademie.de/akademie-studien). Überhaupt scheint in vielen Unternehmen zwar mit agilen Methoden gearbeitet zu werden – in den Köpfen der Mitarbeiter und der Organisationskultur des Unternehmens ist das agile Mindset jedoch noch längst nicht verankert.

Was ist Agiles Management?

Agiles Management basiert hauptsächlich auf Flexibilität. Damit setzt das Konzept der Agilität genau dort an, wo viele klassische Managementmethoden zunehmend auf Probleme stoßen. Veraltete und unflexible Führungskonzepte sind oft viel zu starr und träge, um in unserer schnelllebigen Welt mithalten zu können. Hier können agile Managementsysteme eine sinnvolle Alternative sein. Indem sie dynamisch auf plötzliche Änderungen und neue Rahmenbedingungen reagieren, unterstützen sie Unternehmen dabei, flexibel zu bleiben. Entscheidungen müssen nicht erst endlose Bürokratieprozesse durchlaufen, sondern können rasch und effizient getroffen werden. Darüber hinaus versucht das Konzept des agilen Managements, zukünftige Entwicklungen vorherzusehen, um so präventiv handeln zu können. Das mag einfach klingen, scheitert jedoch nicht selten an der unternehmerischen Realität: Es reicht nicht aus, sich Agilität einfach nur auf die Fahnen zu schreiben – es müssen auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden. Nur, wenn sowohl bei den Mitarbeitern als auch bei den Führungskräften ein Umdenken stattfindet, können agile Managementmethoden auf lange Sicht erfolgreich sein.

Woher kommt Agiles Management?

Agile Methoden wie Scrum, Lean Management oder Kanban haben ihren Ursprung in der Softwarebranche. Mit ihrer Hilfe wird schon seit Jahren die Entwicklung von Softwareprojekten in sämtlichen Projektstadien optimiert und vereinfacht. Das beginnt bei der Planungsphase und endet bei der Abschlussbewertung. Wer oder was in diesem Zusammenhang genau als agil bezeichnet wird, ist im sogenannten agilen Manifest festgehalten (https://agilemanifesto.org/). Dabei handelt es sich um ein Wertegerüst, das sich aus vier Leitsätzen zusammensetzt:

  • Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen.
  • Eine funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation.
  • Die Zusammenarbeit steht über der Vertragsverhandlung mit dem Kunden.
  • Das Reagieren auf Veränderungen steht über dem Befolgen eines Plans.

In Zeiten der digitalen Transformation haben die Methoden des agilen Managements längst auch ihren Weg in die tägliche Projektarbeit gefunden. Heutzutage reichen bekannte und altbewährte Werkzeuge nicht mehr aus, um die modernen Herausforderungen zu meistern. Ein Umdenken und eine Umstrukturierung der meisten Unternehmensbereiche sind gefragt.

Welche Vorteile bieten agile Managementmethoden?

Der wesentliche Vorteil agiler Managementmethoden ist mit Sicherheit die Möglichkeit, rege und schnell auf veränderte Markt- und Kundenanforderungen reagieren zu können. Dadurch, dass auf regelmäßiger Basis Meetings stattfinden, in denen jeder Einzelne seinen eigenen Standpunkt darlegen kann, erhalten Unternehmer wesentlich mehr Input. Das kann dabei helfen, festgefahrene Gefüge aufzudecken und zu verbessern. Die verbesserte Zusammenarbeit resultiert nicht selten auch in einer höheren Mitarbeitermotivation, was sich wiederum positiv auf die Teamarbeit auswirkt. Darüber hinaus führt die stärkere Beteiligung der Mitarbeiter in häufig zu besseren Ergebnissen. Nötige Veränderungen an der Arbeitsweise können besser vorhergesehen werden, weil ein regelmäßiger Austausch über den Fortschritt des jeweiligen Projekts stattfindet.

Welche Nachteile können entstehen?

Die Vorteile des agilen Managementskonzepts sind unbestreitbar. Doch auch Nachteile sind denkbar: Denn mit der Aufnahme agiler Methoden geht oft auch völlig unbemerkt Bewährtes verloren. Routinen und Prozesse, die bislang reibungslos funktioniert haben, können plötzlich und unerwartet ins Stocken geraten. Hinzu kommt, dass viele Mitarbeiter sich schnell von agilen Managementmethoden überrumpelt fühlen: Mit dem agilen Tempo und der organisatorischen Veränderung können sie schlichtweg nicht mithalten. Das kann zu Lasten des operativen Tagesgeschäfts und der gesamten Wertschöpfung gehen. Kulturelle Hürden, die Angst vor Kontrollverlust und fehlende Erfahrung zählen zu den Hauptgründen, aus denen agile Vorhaben scheitern.

Wie wird agiles Management umgesetzt?

Das Konzept der Agilität macht sofortige Anpassungen auf veränderte Rahmenbedingungen möglich. Fehler werden frühzeitig sichtbar, so dass sie bereits im Frühstadium korrigiert werden können. Doch die Umsetzung agiler Managementmethoden ist nicht einfach. Zahlreiche Stolpersteine können dafür sorgen, dass es bei der Verwirklichung zu Problemen kommt. Nicht selten sind Teams mit der Umstellung auf agile Methoden überfordert. Denn mehr Freiheit hat eben auch zur Folge, dass häufiger Kritik geübt wird. Um unnötige Reibungsverluste zu vermeiden, empfiehlt es sich daher, schon vor der Transformation klare Regeln für die Zusammenarbeit zu definieren. Was die Umsetzung selbst angeht, so sagt die Erfahrung, dass am besten mit kleinen Schritten begonnen werden sollte, um den Aufwand und die Widerstände so gering wie möglich zu halten. Ein schrittweises Vorgehen eignet sich ideal, um Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, die Werte und Prinzipien agiler Arbeit zu verstehen. Nacheinander lassen sich Werte, Prinzipien, Methoden und Werkzeuge auch auf andere Unternehmensebenen übertragen. Dabei sollten die agilen Arbeitsweisen idealerweise nur dort eingesetzt werden, wo auch tatsächlich in einem dynamischen Umfeld gearbeitet wird. Gerade in Teams und Abteilungen, die in direktem Kundenkontakt stehen, fördern agile Managementmethoden eine kundenzentrierte Arbeitskultur. Dabei reicht es nicht, lediglich agile Arbeitsweisen wie Scrum-Teams, Sprints oder Standup-Meetings einzuführen – die agilen Prinzipien müssen auch in der Organisation, im Performance Management und in den Personalprozessen verankert werden.

Ausblick

Richtig angewandt, bringt Agilität in Unternehmen zahlreiche Vorteile mit sich. Tatsächlich handelt es sich um die Methode der Zukunft, um die Markteinführung zu beschleunigen und die Kundenorientierung zu erhöhen. Um die wahren Stärken zu entfalten, sind jedoch umfassendes Fachwissen und ganzheitliche Identifikation mit dem Unternehmen essenziell. Ohne Vision, Strategie und Zielsetzung wird die Umsetzung auf lange Sicht nicht von Erfolg gekrönt sein. Das schafft mehr Frust als Lust, der wiederum nicht selten zu Unrecht auf die agilen Arbeitsweisen projiziert wird. In diesem Fall kann eine externe Begleitung durch einen erfahrenen Experten dabei helfen, die agile Transformation effizient und gewinnbringend zu unterstützen.

Fazit

Zahlreiche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Erfolg und agilen Managementmethoden. Dazu gehört unter anderem die Studie „Boosting Performance Through Organization Design“ von The Boston Consulting Group (BCG), die zu dem Ergebnis kommt, dass agile Unternehmen bis zu fünfmal häufiger höhere Margen und stärkeres Wachstum als ihre Konkurrenz erzielen (https://www.bcg.com/de-de/d/press/20march2017-agile-unternehmen-152999). Wir, das Team der Andrawas-Consulting Group, unterstützen Sie gerne auf dem Weg hin zum agilen Unternehmen. Mit unserer langjährigen Erfahrung und umfassenden Fachkompetenz stehen wir Ihnen bei allen Fragen, Wünschen und Anliegen zur Seite. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören!

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